Es gibt keine speziellen körperlichen Befunde oder Labortests, mit denen sich ein Prämenstruelles Syndrom (PMS) diagnostizieren lässt. Es gibt auch kein rein PMS-typisches Symptom. Die einzige Methode festzustellen, ob Sie an PMS leiden, ist, zeitlich und nach Schweregrad genau über Ihre Symptome Buch zu führen - sowohl über die seelischen als auch körperlichen Symptome - über Ihren gesamten Zyklus hinweg, täglich, zwei bis drei Monate lang.
Zusätzliche Messungen der Basaltemperatur (niedrigste Körpertemperatur während des Schlafes) und Beobachtung der Scheidensekretion liefern weitere nützliche Informationen für die Bestätigung des Zeitpunkts des Eisprungs. Für eine akkurate Diagnose von PMS verlässt sich der Arzt auf diese Aufzeichnungen. Nützlich ist ebenfalls das Ansprechen auf eine Therapie zu notieren.
Wenn Sie zusammen mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin an der Bestätigung der Diagnose PMS arbeiten, müssen andere Funktionsstörungen ausgeschaltet werden, da viele PMS-Symptome denen anderer tiefer liegender Krankheitszustände gleichen. Ihr Arzt/Ihre Ärztin wird möglicherweise eine körperliche Untersuchung und eine Beckenuntersuchung vornehmen, um gynäkologische Probleme auszuschließen.
In Fällen, bei denen Abgeschlagenheit ein Hauptsymptom darstellt, sollte eine Blutuntersuchung durchgeführt werden, um Anämie, Schilddrüsenunterfunktion und begünstigende Faktoren zum chronischen Erschöpfungssyndrom auszuschließen. Es ist auch wichtig darauf zu achten, ob möglicherweise ernstere psychiatrische Probleme ein zyklisches Muster der Verschlechterung von seelischen Symptomen in der prämenstruellen Phase aufweisen. Zum Beispiel ist Depression bei Frauen verbreitet, und hier tritt während der prämenstruellen Tage oft eine Verschlechterung ein.
Behandlung von PMS
Es sind zahlreiche Mittel zur Behandlung von PMS eingeführt und befürwortet worden. Doch nur wenige haben sich als wirklich nutzbringend erwiesen. Serotonin-Wirkstoffe und Wirkstoffe zur Verhinderung des Eisprungs sind die einzigen Behandlungsmethoden, die effektiver sind als ein Placebo (ein inaktives Arzneimittel, das sicherstellt, dass eine Studie "gesichert" abläuft). Interessanterweise reagieren einige Patientinnen auf Placebos positiv. Dies bedeutet nicht, dass die Symptome nicht real wären, es zeigt einfach die Verständnislücke über die Art und Weise und die Gründe für das Wirken eines Placebos. Beispielsweise kann der Glaube an die heilende Wirkung eines Medikaments bei einem Patienten die Produktion von chemischen Stoffen im Gehirn anregen, die zu einer Besserung der Symptome führen. Auch kann es sein, dass ein Patient positiv auf eine mitfühlende Pflegeperson reagiert.
Hilfe von Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin
Wenn Ihre eigenen Bemühungen im Umgang mit PMS scheitern, sollten Sie einen Arztbesuch erwägen. Ist Ihr Arzt/Ihre Ärztin auf PMS nicht spezialisiert und mit den neuesten Entwicklungen und Forschungsergebnissen nicht vertraut, sollten Sie einen anderen Arzt wählen. Dies ist absolut legitim.
Beim Besuch Ihres Arztes/Ihrer Ärztin sollten Sie Ihre Aufzeichnungen und Notizen dabeihaben. Berichten Sie dem Arzt/der Ärztin über mögliche Medikamente, freiverkäufliche Arzneimittel, zusätzliche Vitamin/Mineralstoff-Aufnahme oder Kräuterarzneimittel, die Sie einnehmen. Bei besonders stark ausgeprägten PMS-Symptomen wird Ihnen Ihr Arzt möglicherweise eine der folgenden Behandlungen, auch in Kombination, vorschlagen:
Serotonin
Derzeit stellen Serotonin-Wirkstoffe eine Behandlungsmöglichkeit für PMS dar. Serotonin hat sehr viel mit Stimmungen zu tun. Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) wie zum Beispiel Prozac, Zoloft und Paxil haben sich in placebo-kontrollierten Doppelblindstudien als effektivste Behandlung von PMS erwiesen. Diese Wirkstoffe können Symptome wie Angst, Impulsivität, Aggression und vermehrter Appetit lindern. Serotonin-Wirkstoffe helfen jedoch nicht generell bei der Linderung der körperlichen prämenstruellen Symptome.
Verordnung von Diuretika gegen Wasseransammlungen
Zeigt eine reduzierte Salzaufnahme keine Wirkung, können Diuretika helfen. Starke Wasseransammlungen können sich in Gewichtszunahme oder angeschwollenen Beinen und Knöcheln äußern. Diuretika steigern die Fähigkeit der Nieren, Salz und Wasser im Urin auszuscheiden, so dass die Menge des Wassers, das die Zellen des Körpergewebes umgibt, verringert wird. Verschreibungspflichtige Diuretika sind sehr starke Medikamente, die schwere Nebenwirkungen verursachen können. Deshalb sollten sie stets unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden.
Hormonbehandlung
Manche Ärzte greifen auf eine Hormonbehandlung zurück, wenn andere Behandlungsmethoden nicht wirken. Zusätzliche Progesterongaben während der prämenstruellen Phase sind nicht durchgängig effektiv. Dennoch sind Hormontherapien, mit denen der Eisprung verhindert werden soll, recht viel versprechend. Verhütungsmittel blocken den Eisprung, wonach PMS theoretisch nicht auftritt. Während die "Pille" bei einigen Frauen PMS-Symptome lindert, bleiben die Symptome bei anderen unverändert oder verschlimmern sich sogar.
Eine andere Form der Hormonbehandlung verwendet GnRH (Gonadotropin Releasing Hormone)-Agonisten. Die GnRH-Therapie wurde erfolgreich zur Behandlung von PMS-Symptomen in schweren Fällen eingesetzt, bei denen andere Behandlungen erfolglos blieben. Diese Wirkstoffe verhindern den Eisprung durch die Unterdrückung der Eierstockfunktion. Auf diese Weise bleiben die Östrogen- und Progesteron-Spiegel niedrig. Da niedrige Östrogenspiegel verbunden sind mit beschleunigtem Knochensubstanzverlust und erhöhtem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sind Langzeittherapien mit GnRH-Agonisten nicht anzuraten.
Im Ergebnis dessen kann diese Therapie mit einer zusätzlichen Östrogengabe zur Minimierung dieser Risiken kombiniert werden. Da GnRH-Agonisten schwere Risiken bergen, die Therapie kostspielig ist und weil die Behandlung für gewöhnlich per Injektion oder über Implantate erfolgt, bleibt die Kombination von GnRH und Östrogen Patientinnen mit schwerer Symptomatik vorbehalten, die auf andere Therapieformen nicht angesprochen haben.
Andere Medikationen
Tranquilizer, wie auch Antidepressiva, die keine Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) sind, können ebenfalls einige PMS-Symptome lindern. Die Verwendung von Beruhigungsmitteln sollte jedoch sorgfältig abgewogen werden, um sicherzugehen, dass der Nutzen die Risiken überwiegt, da Medikamentenabhängigkeit (Gewöhnung) ein mögliches Risiko darstellt.
Gegen unangenehmes Anschwellen der Brüste oder Schmerzen in den Brüsten kann der Arzt Bromocriptin zur Linderung der prämenstrueller Empfindlichkeit der Brüste durch eine verringerte Freisetzung des Hormons Prolactin aus der Hypophyse vorschlagen. Prolactin ist eines von vielen Hormonen, die das Brustgewebe stimulieren. Bromocriptin lindert keine anderen PMS-Symptome. Ernste Nebenwirkungen des Medikaments sind selten, allerdings sind unangenehme Nebenwirkungen wie Übelkeit und Benommenheit verbreitet.
Operative Behandlung
Als eine letzte Möglichkeit, wenn keine andere Therapie Wirkung gezeigt hat und Ihre PMS-Symptome sehr schwer sind, können Sie und Ihr Arzt/Ihre Ärztin einen operativen Eingriff erwägen. Eine Oophorektomie oder Entfernung der Eierstöcke beseitigt PMS. Dies ist ein radikaler Eingriff und sollte nur in Erwägung gezogen werden, wenn keine andere Behandlung Ihre Beschwerden lindern konnte und PMS Ihre Lebensqualität gravierend beeinträchtigt. Hinzu kommt, dass dies nur eine Option ist, wenn Sie Ihre Kinderplanung abgeschlossen haben.

