Das Prämenstruelle Syndrom (PMS) hatte bereits die unterschiedlichsten Bezeichnungen, die von Hormonstörung bis hin zu psychischer Erkrankung und Frauenleiden der 80er Jahre reichen. Obwohl bekannt ist, dass PMS mit dem Eisprung in Beziehung steht, ist die eigentliche Ursache weiter unbekannt.
Klar ist, dass zwei Komponenten für das Auftreten von PMS von Wichtigkeit sind. Zum einen steht als "Auslöser" der Eisprung und die daraus resultierenden Veränderungen im Fortpflanzungshormonspiegel fest. Die zweite Komponente ist die "Anfälligkeit" in Bezug auf den "Auslöser", der die Stimmungsschwankungen bei PMS erzeugt. Was eine Frau "anfällig" macht und eine andere nicht, ist unbekannt.
Hier liegt der Schlüssel zur Klärung der Ursache für PMS. Viele die "Anfälligkeit" beeinflussende Faktoren wurden vorgeschlagen und wieder verworfen, wie etwa der soziale und wirtschaftliche Status der Frau, die Zahl der Kinder, die Ernährung, der Grad der sportlichen Betätigung, das Stressniveau, die Persönlichkeit und besondere Merkmale des Menstruationszyklus.
Jedoch stützen derzeitige Erkenntnisse die Theorie, dass Serotonin, ein Botenstoff im Gehirn, eine wichtige Rolle bei PMS spielt. Keine andere Ursache war nicht annähernd so schlüssig wie Serotonin, doch auch andere mögliche Faktoren wurden untersucht und sind interessant betrachtet zu werden.
SerotoninSerotonin ist ein Neurotransmitter. Ein Neurotransmitter ist ein Stoff, der am Transport von Botschaften durch die Nervenbahnen im Gehirn, im Rückenmark und durch den Körper beteiligt ist. Serotonin beeinflusst die Stimmung. Eine beeinträchtigte Serotonin-Aktivität wurde mit Symptomen von Depression, Angstzuständen, Impulsivität, Aggression und vermehrtem Appetit in Verbindung gebracht. Da auch Depression zu einem der Hauptsymptome von PMS gehört, haben Wissenschaftler sich mit der Frage beschäftigt, welche Rolle das Serotonin bei PMS spielt. Abnormale Serotoninspiegel und Aktivitäten wurden bei Frauen gefunden, die an PMS leiden. Darüber hinaus sind Mittel, die die Serotonin-Aktivität verbessern, auch selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) wie zum Beispiel Prozac, Zoloft, Paxil, bei der Behandlung von PMS effektiv.
Zyklische Schwankungen der FortpflanzungshormoneWährend es vielen logisch erschien, dass die am Menstruationszyklus beteiligten Fortpflanzungshormone die Ursache von PMS sind, haben Forschungen ergeben, dass es zwischen Frauen mit und ohne PMS keine Unterschiede in den Hormonspiegeln bei Östrogen, Progesteron, FSH, LH, Prolaktin und Testosteron gibt. Dies bestätigt nur, dass der Eisprung zwar als "Auslöser" agiert, nicht jedoch die Ursache selbst ist.
In der Vergangenheit wurden zusätzliche Progesteron-Gaben unterstützend bei der Behandlung von PMS eingesetzt, was sich jedoch als nicht effektiv erwiesen hat. Die einzig wirkungsvolle Hormontherapie ist eine Kur, die den Eisprung verhindert.
Schilddrüsen-FunktionsstörungenSchilddrüsenerkrankungen sind bei Frauen verbreitet. Symptome von Schilddrüsenunterfunktion oder verringerte Schilddrüsenaktivität können PMS-Symptomen gleichen. Aus diesem Grund stand die Schilddrüse einmal in dem Verdacht, eine Rolle bei der Ursache von PMS zu spielen. Wenn Sie an PMS-ähnlichen Symptomen leiden, sollten Sie Ihre Schilddrüsenfunktion untersuchen lassen. Die meisten Frauen mit PMS haben jedoch eine völlig normale Schilddrüsenfunktion. Damit ist die zusätzliche Gabe von Schilddrüsenhormonen im Rahmen einer PMS-Behandlung nicht hilfreich und kann sogar Gefahren bergen.
EndorphinmangelEndorphine sind opiumähnliche chemische Stoffe, die vom Körper gebildet werden und die am Erleben von Hochgefühlen und Schmerzempfinden beteiligt sind. Aus diesem Grund wurde PMS auch als ein Endorphinmangel-Zustand betrachtet. Der Endorphinspiegel im Blut ist veränderlich; jedoch reflektieren diese Spiegel wahrscheinlich nicht die Aktivität von Endorphinen im Gehirn. Infolgedessen gibt es nicht genügend Beweise, die diese Theorie stützen.
VitamineDie wissenschaftliche Forschung war nicht in der Lage, Statusunterschiede bei Vitaminen und Mineralstoffen zwischen Frauen mit und ohne PMS-Symptome zu bestätigen. Ein spezielles Vitamin, das große Aufmerksamkeit geweckt hat, ist das Vitamin B6. Vitamin B6 spielt eine wichtige Rolle bei der Synthese von Dopamin, einem Neurotransmitter, der möglicherweise auch für das körperliche und seelische Wohlbefinden von Bedeutung ist. Somit wurde ein Vitamin B6-Mangel als eine Ursache von PMS betrachtet.
Einige Forscher konnten im Vergleich zu Frauen ohne zusätzliche Vitamin-B6-Aufnahme eine Besserung der PMS-Symptome bei Frauen verzeichnen, die täglich Vitamin B6 zu sich nahmen. Jedoch ist es wichtig, die aufgenommene Menge an Vitamin B6 zu beschränken, da es gelegentlich zu Nervenschädigungen führen kann. Sie sollten zusätzliches Vitamin B6 nur unter ärztlicher Aufsicht zu sich nehmen.

